Oder der Schwanengesang zu diesem Event.
Operation Iron Horizon
Bei der Trilogie Iron Horizon lag der Erfolg nicht in möglichst hohen Schadenszahlen gegen die Balburen. Unser Ziel war es vielmehr, ihre hybride Kriegsführung mit kluger Taktik ins Leere laufen zu lassen und ihre Strategie als Fehlschlag zu entlarven und genau das ist uns über alle drei Einsätze gelungen.
Effektive Kampfeinsätze waren es letztlich nur zwei, doch selbst dieser operative Erfolg war am Ende nur zweitrangig. Und beim Einsatz 01 sollten wir wirklich noch einmal nachdenken, ob wir betreutes Fliegen brauchen, die Einsätze 02 / 03 haben es gezeigt. Nein!
Das eigentlich Besondere an Iron Horizon war etwas anderes, drei Staffeln, die sonst unabhängig voneinander ihrem Hobby nachgehen, haben gemeinsam als geschlossener Verband operiert. Genau darin lag die Stärke von Iron Horizon. Besonders die bewusste Durchmischung der Flights hat dazu beigetragen. Man schaut über den eigenen Tellerrand hinaus, erkennt neue Herangehensweisen und stellt gleichzeitig fest, dass die eigene Arbeitsweise ebenfalls ihre Stärken besitzt.
Natürlich wird das Abweichen von gewohnten Abläufen zunächst oft als störend empfunden. Gerade deshalb war Mission 03 ein gutes Beispiel dafür, wie leistungsfähig ein eingespieltes Team sein kann und das nach nur zwei Einsätzen. Wir hatten weder einen klassischen Mission Commander noch einen ATC-Controller und dennoch lief der Einsatz effizient, koordiniert und erfolgreich ab. Das Zentrum der gegnerischen Störmaßnahmen, die Airbase Kumorov, wurde vollständig ausgeschaltet und wir kamen dem Gegner mit unserem Angriff zuvor. 12 startbereite MIG-29 S wurden eliminiert und beim Runway, das unterste zum obersten gekehrt.
Zwar waren die Balburen am Ende deutlich schwächer aufgestellt, als zunächst angenommen und von ihnen selbst vermittelt, doch mit einer taktisch schlecht geführten Truppe wären wir trotzdem nur zweiter Sieger geworden. Entscheidend war, dass wir trotz fehlender Führungsstrukturen konsequent als Team gearbeitet haben. Dazu gab es vor dem Einsatz erhebliche Bedenken, dass dies so gelingen würde.
Es heißt oft: „Viele Köche verderben den Brei.“ In
diesem Einsatz standen sieben Flight Leads nebeneinander und dennoch griff
alles wie Zahnräder ineinander. Jeder wusste, was zu tun war, Entscheidungen
wurden sauber abgestimmt und das Zusammenspiel funktionierte nahezu blind.
Einen erheblichen Anteil daran hatte auch das umfangreiche schriftliche Briefing.
Das dieses Mal sogar mehrheitlich gelesen wurde. Hierzu sind die 1st Glory Wings
einfach lobend zu erwähnen, da kann man nämlich von 100% ausgehen und das merkt
man sofort im Flug und wie im Flightbriefing agiert wurde. Der Lauscher an der
Wand, hört seine eigene Schand. ![]()
Besonders hervorheben möchte ich Mission 02. Die eingeschlossenen Schiffe im Marmarameer konnten befreit werden, sämtliche Angriffswellen wurden abgewehrt, ohne eigene Verluste. Wir errangen die Lufthoheit, verhinderten das Eindringen feindlicher Kräfte und schalteten die balburische Luftverteidigung wirkungsvoll aus. Der Gegner verschoss dabei einen Großteil seiner Missiles & Drohnen, sodass er uns in Mission 03 praktisch nur noch mit Radaraktivität beeindrucken konnte. Selbst das blieb erfolglos, weil wir auch diese Systeme zerstörten. Taktisch betrachtet ist der gesamte Einsatzplan damit zu 100 % aufgegangen.
Der wichtigste Erfolg war jedoch das perfekte Zusammenspiel der drei Staffeln. Besonders in der letzten Mission wurde eine Herausforderung erster Güte gemeistert, fast 25 Piloten ohne die üblichen Führungs- und Kontrollstrukturen auf einer fremden Airbase bei schlechtestem Wetter geordnet und verlustfrei zur Landung zu bringen, das ist etwas Außergewöhnliches. Gerade schlechtes Wetter zählt bekanntlich zu den häufigsten Ursachen für Flugunfälle. Wie diszipliniert das durchgeführt wurde, verdient höchsten Respekt. Dafür ziehe ich meinen Hut.
Unterm Strich war Iron Horizon eine außergewöhnlich gelungene Operation, ein Szenario, das online vor gar nicht allzu langer Zeit technisch überhaupt nicht realisierbar gewesen wäre. Solche Events findet man heute nur dank eines starken Netzwerks und engagierter Communities, wie beispielsweise bei der Buchenau-LAN.
Allen Mitwirkenden gilt mein ausdrücklicher Respekt und mein Dank für dieses staffelübergreifende Zusammenspiel. Eine solche Operation ist keine Selbstverständlichkeit. Daran sollten wir anknüpfen und vergleichbare Events auch künftig immer wieder gemeinsam auf die Beine stellen. Wünschenswert wäre dabei jedoch, solche Projekte von Beginn an als echtes Team und nicht als Einzelkämpfer anzugehen. Mein besonderer Dank geht deshalb an Wildhog für den „Bau“ der TE 02. Außerdem möchte ich die Unterstützung der 1st Glory Wings besonders hervorheben, die geschlossen hinter diesem Projekt standen und u.a. mit ihren Debriefings maßgeblich zur Atmosphäre und Lebendigkeit des Szenarios beigetragen haben.
Jetzt hoffe ich noch, dass es ein paar Debriefings vom Einsatz 03 gibt.
Nik
Impressionen von der Operation Iron Horizon
