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HQ – OPERATION COLD CASE
MILITÄRISCHER LAGEBERICHT / UPDATE
Einstufung: GEHEIM – NUR FÜR EINSATZPERSONAL
Lageupdate – Fortsetzung Operation COLD CASE
1. ALLGEMEINE LAGE
Aufgrund eines gezielten Cyberangriffs auf die IT-Infrastruktur des Headquarters kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen der Führungs- und Kommunikationssysteme. Die Auswertung und Übermittlung der aktuellen Lageinformationen verzögerte sich dadurch erheblich.
Nach Wiederherstellung der notwendigen Systeme kann das HQ nunmehr das überfällige Lageupdate zu Operation COLD CASE herausgeben.
2. BISHERIGE ERKENNTNISSE – FLUGVORFALL
Die inzwischen vorliegenden Erkenntnisse bestätigen, dass eine unserer F-16 während des letzten Einsatzes von einer bislang nicht identifizierten elektronischen Warfare-Störung erfasst wurde.
Infolge der Störung fiel die Bordelektronik vollständig aus. Die Cockpitkanzel wurde abgesprengt. Der Pilot aktivierte daraufhin den Schleudersitz und konnte die Maschine verlassen.
Der Aufenthaltsort und der aktuelle Status des Piloten sind unbekannt.
Der zweite Pilot konnte offenbar ebenfalls nicht zum vorgesehenen Einsatzraum zurückkehren. Nach bisherigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass er seine Maschine außerhalb des vorgesehenen Einsatzgebietes notlanden musste. Sein Verbleib ist ebenfalls ungeklärt.
Im weiteren Verlauf gelangten Informationen an das HQ, wonach im angrenzenden Bergland ein Jet mit einem Berg kollidiert und vollständig zerschellt sein soll.
Eine erste Auswertung verfügbarer Satellitenaufnahmen bestätigt eine entsprechende Absturzstelle. Es besteht der dringende Verdacht, dass es sich dabei um die abgestürzte F-16 handelt.
Besonders auffällig ist die Ausdehnung des Trümmerfeldes: Dieses erstreckt sich nahezu exakt entlang der Flugrichtung 140°.
Bei der bisherigen Satellitenaufklärung konnten im Bereich der Absturzstelle keine eindeutigen Lebenszeichen festgestellt werden. Ein Überleben des Piloten kann damit weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.
3. ELEKTRONISCHE BEDROHUNG
Die Ursache der elektronischen Störungen konnte bislang nicht identifiziert werden.
Die Störungen treten sporadisch und räumlich begrenzt auf. Eine zuverlässige Ortung oder Zuordnung der Störquellen war bisher nicht möglich.
Das HQ bewertet die Aufklärung dieser Bedrohung derzeit als nachrangig.
Absolute Priorität hat die Suche und mögliche Rettung unserer beiden vermissten Piloten.
Alle verfügbaren Einsatzmittel werden zunächst auf dieses Ziel konzentriert.
4. SUCHGEBIET UND EINSATZORGANISATION
Ausgehend von der vermuteten Absturzstelle wurde ein großräumiges Suchgebiet festgelegt und in drei Einsatzsektoren unterteilt:
Jedem Sektor wird eine eigene Lead-Besatzung zugeordnet.
Das HQ gibt bewusst kein verbindliches Suchmuster vor. Die taktische Gestaltung und Durchführung der Suche obliegt den drei Sector Leads.
Diese haben sich vor beziehungsweise während des Einsatzes untereinander abzustimmen, um eine möglichst lückenlose Abdeckung des Suchgebietes sicherzustellen und unnötige Überschneidungen zu vermeiden.
Die Koordination zwischen den Sektoren hat höchste Priorität.
5. WETTERLAGE UND FEINDLICHE LUFTBEDROHUNG
Die aktuelle Wetterentwicklung könnte sich für unseren Einsatz als taktischer Vorteil erweisen.
Eine ausgeprägte Gewitterfront zieht aus östlicher Richtung über das gesamte Suchgebiet. Nach derzeitiger Einschätzung ist davon auszugehen, dass die gegnerischen QRA-Rotten aufgrund der zu erwartenden Wetterbedingungen zunächst nicht oder nur eingeschränkt aufsteigen können.
Damit eröffnet sich möglicherweise ein begrenztes Zeitfenster für die Durchführung unserer Suchoperation.
Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Bedrohungslage nach Abzug der Gewitterfront grundlegend verändern kann.
Ein möglicher Aufstieg gegnerischer QRA-Kräfte muss insbesondere für die Phase einer eventuellen Bergung und Evakuierung unserer Piloten berücksichtigt werden.
Eine detaillierte meteorologische Bewertung erfolgt im Einsatzbriefing. Besonderes Augenmerk gilt dabei der vertikalen Ausdehnung der Cumulonimbus-Wolken (CB) sowie den daraus resultierenden Gefahren für die Flugdurchführung.
6. AUFTRAG
An alle eingesetzten Besatzungen:
Durchführung einer systematischen Suche in den zugewiesenen Sektoren A, B und C.
Primäres Einsatzziel ist die Lokalisierung der beiden vermissten Piloten.
Bei Auffinden möglicher Absturzstellen, Schleudersitzpositionen oder sonstiger Hinweise auf die Vermissten sind diese unverzüglich an das HQ zu melden.
Jeder Hinweis auf Lebenszeichen ist mit höchster Priorität zu behandeln.
Die weitere Vorgehensweise hinsichtlich Bergung und Evakuierung wird abhängig von der aktuellen Wetter- und Bedrohungslage festgelegt.
7. ABSCHLIESSENDE BEWERTUNG DES HQ
Wir wissen derzeit nicht, wo sich unsere Piloten befinden. Wir wissen nicht, ob sie noch am Leben sind. Und wir wissen nicht, wie viel Zeit uns bleibt.
Die Wetterlage verschafft uns möglicherweise einen entscheidenden Vorteil. Ob wir diesen nutzen können, wird sich im Verlauf der Operation zeigen.
Zwei unserer Piloten sind vermisst. Wir lassen sie nicht zurück.
Alle eingesetzten Kräfte haben sich auf das Briefing vorzubereiten.
OPERATION COLD CASE – SEARCH AND RECOVERY
HQ – ENDE DER LAGEÜBERMITTLUNG
NRF HQ
Nik
Honorary Commander [S/O]