Südliches Japan:
Es war ein schöner Abend im südlichen Japan der kleine Fischhändler Ytoko Takayashi saß vor seinem Laden in der untergehenden Sonne und genoss die Ruhe. Der Tag war gut gelaufen, auf dem Fischmarkt hatte er gute Ware bekommen die ihm seine wissende Kunden, geradezu aus der Hand gerissen hatten. Doch plötzlich vernahm er aus der Richtung des Bahnhofes ein Geschrei von vielen Stimmen. Was ist da los? Ein Aufstand? So etwas in Japan? Gerade als er dachte „Ach was soll`s“ kam unerwartet Sakimo Yamoto, ein alter Bekannter vorbei. Er rief zu ihm hinüber „Sakimo! Weißt du was da los ist?“
Sakimo der ehemalige Fabrikarbeiter kam näher, und setzte sich auf den freien Stuhl neben Ytoko. „So etwas habe ich noch nie erlebt, drei Tage nacheinander hat der Shinkansen nach Kagoshima Verspätung!“, „Wie schon wieder?“ erkundigte sich Ytoko, “Nicht nur dass wir hier in Fuoka fast 40 Jahre auf den Shinkansen warten mussten, da man alles Geld im Norden verpulvert hat, jetzt hat er auch noch Verspätungen, so eine Frechheit!“. „Und genau das sagen die Protestanten im Bahnhof auch“ merkte Sakimo an, doch nun verfinsterte sich sein Gesicht. „Sie werden jedoch aufgehetzt und von einem eigenartigen Typen namens Toyotomi Hideyoshi angeführt. Ein tätowierter Type mit einer undurchsichtigen Vergangenheit.“, „Von dem habe ich gehört“ sagte Ytoko der in einer geübten, fließenden Bewegung eine Tokkuri-Flasche Sake und zwei Choko-Becher aus dem hintersten Fach eines kleinen Schrankes angelte. „Er soll Verbindungen haben, zu eigenartigen Leuten, Knallburen oder so ähnlich“. „Balburen“ korrigierte Sakimo. „Stimmt“ der Fischhändler nickte. „Was ordentliche Japaner mit solchen Leuten wollen ist mir unbegreiflich.“ Er hatte inzwischen die beiden Choko mit Sake gefüllt und warf Sakimo einen vielsagenden Blick zu. Dieser ergriff den Becher vor sich und prostete in Richtung seines Gegenübers. Daraufhin leerten die Beiden, genüsslich die Becher. Sie genossen, still die langsam einsetzende Wirkung des Getränks. Doch die Ruhe wurde gestört, das ferne Geschrei vom Bahnhof war immer lauter geworden. Inzwischen konnte man einzelne Rufe heraushören, wie „Es lebe Fukuoka!“, „Gleichberechtigung für den Süden“, „Wir wurden zu lange unterdrückt!“. Die beiden schauten sich verwundert an. Ein Protestmarsch, von so etwas hatten die beiden gehört, gesehen hatten sie jedoch noch nie einen. Der Pulk näherte sich weiter. Auf dem kleinen, in den Abendstunden leeren Marktplatz, welcher auf der Straßenseite gegenüber des kleinen Fischladens lag, sammelte sich die Menge. Ytoko und Sakimo, saßen etwas steif in ihren Stühlen und hofften nicht aufzufallen. Ein paar junge Männer bauten aus herumstehenden Kisten eine kleine Bühne auf. Das verwunderte die beiden, war er Marktplatz doch sonst abends immer sauber aufgeräumt. Zudem brachte eine Gruppe Jugendlicher eine Lautsprecheranlage heran. Doch abgelenkt von den aufstachelten Rufen eines mittelgroßen Mannes in schnittiger Militärkleidung, schien sich keiner Gedanke zu machen wo die so schnell her kam. Nach dem das Ganze unter weiterem getöse aufgebaut war erklomm der laute Mann die provisorische Bühne. Unter seiner Uniform konnte man Tätowierungen hervorblitzen sehen.
Sakimo und Ytoko schauten sich vielsagend an. Doch da Ytokos Verdacht auch schon bestätigt: „Tapfere Bürger Fukuokas, ich bin Toyotomi Hideyoshi“ kam es knarzend aus der übersteuerten Anlage, „Nach jahrelanger Unterdrückung ist es uns heute gelungen, uns durchzusetzen! Zuerst ist der Verkehrs-Minister Zurückgetreten!“, die inzwischen angeschwollene Menge jubelte. „Und das ist noch nicht alles, wie ich soeben erfahren habe ist auch Polizeipräsident Izumi Sendai, aufgrund der ausufernden Unruhen freiwillig nicht mehr im Amt.“ Wieder johlte die Menge auf. „Für den Süden“, „Für Fukuoka“ schienen sich, als Schlachtrufe, durchgesetzt zu haben. „Die Freude ist groß doch wir müssen weiter denken“, sprach Hideyoshi mit nun ruhiger Stimme. „ Wir können und dürfen nicht alleine kämpfen. Doch in dieser ungerechten Welt gibt es viele unterdrückte Bevölkerungsgruppen, ein Mann der seit Jahren gegen die Unterdrückung kämpft, der zahllose Erfolge vorweisen kann, welcher eine unglaubliche ausdauer bewiesen hat, ist heute hier!“ Die Menge war verstummt und schaute sich gespannt um. Aus dem nichts war ein großer Europäer aufgetaucht, er trug eine reichlich verzierte Militäruniform mit einer großen Menge Orden auf der Brust. „Ich General Krawalski-san, ich helf Süden, euch verstehen kann“ sprach er in grauenhaften Japanisch in das Mikrofon. „Krawalski san ist ein wahrer treuer Freund. Er ist froh hier zu sein und freut sich mit uns zusammen zu kämpfen“, Hideyoshi hatte die kurz irritierte Stimmung wieder in die Bahn gelenkt die er beabsichtigte. Nach weiteren Reden in denen gegen das im Süden viel schlechteren Internet gehetzt wurde zog die Menge, dann weiter in Richtung des Regierungsviertels.
Ytoko und Sakimo atmeten auf, sie waren unbemerkt geblieben. Mit zitternder Hand schenkte Ytoko zwei weitere Sake ein.